Samstag, 22. Oktober 2011

Irgendwie ein Geheimtipp!

Mehrmals wöchtenlich passiere ich die nördliche Herrnstraße und habe nie das kleine Lädchen bemerkt, dass sich gegenüber von dem Cafépavillon an der Berliner Straße befindet. 

 Chira, die perfekte Empfangsdame

Durch Zufall ist mir dann aber vor Kurzem ein kleiner niedlicher Beagle entgegengetappt, der sich bereitwillig streicheln ließ und der, wie sich dann herausstellte, zur Boutique von Designerin Astrid Merger gehört. 

"Eine Boutique, hier? Hmm, schaun mer maa". 

Also folgte ich neugierig den Rufen der Besitzerin nach "Chira", dem kleinen Laborbeagle, wie mir Frau Merger später erzählte, und fand mich in einem ca. 70 Quadratmetern großem Geschäft wieder – mit einer Auswahl an Damenkleidung, die man so in Offenbach nicht findet.
Ich war ehrlich überrascht und wirklich begeistert, auch von der Inhaberin Astrid Merger, die total offen und für jedes Pläuschchen und jede Detailerläuterung zu haben ist. Bereitwillig erklärte sie mir auch geduldig die Unterschiede zwischen Viskose, Baumwolle und Cashmere. Wo findet man sowas noch? Bei manchen größeren Textilketten werde ich schon mal von den Verkäuferinnen über den Haufen gerannt oder bekomme auf eine Frage nur eine knappe und vor allem genervte Antwort.

Astrid Merger und Chira

































Toll ist auch die Auswahl dort! Leicht extravakante und sehr individuelle, selbst ausgesuchte Teile in sehr kleiner Stückzahl bietet die Besitzerin ebenfalls an, wie eigene Couture – Astrid Merger ist nämlich in erster Linie Designerin und entwirft in ihrem Offenbacher Atelier neben Brautkleidern auch andere Einzelstücke – oder, wie vor Kurzem, ein eigenes Parfum, dass sie nach ihrer Mama Cecilia benannt hat. Und selbst der Saft, den sie mir angeboten hat, hat sie selbst kreiert – oder ihren Lippenstift: "Ich mixe mir meine Farbe aus drei oder vier Tönen selbst zusammen". 

DAS ist ja mal kreativ. 

Und diese Kreativität hat sie besonders ihrer geliebten Oma Eugenie von Spiess zu verdanken, mit der sie, bis zu ihrem Umzug nach Deutschland im Jahre 1977, in Bukarest gelebt hat und die sie von Beginn an gefördert und vor allem gefordert hat. Bis heute fragt sich Astrid Merger daher auch immer wieder: "Was würde die Oma nun dazu sagen?" Ich glaube, ihrer Oma würde es gefallen.