Donnerstag, 16. Februar 2012

Liebesgrüße von FRAPORT

Viele Offenbacher dürften, wie ich, in diesen Tagen ein Brieflein von der Fraport im Briefkasten gefunden haben. Sehr gespannt riss ich einen ebensolchen Brief, auf dem dick "FRA" stand, gleich auf - und wollte ihn dann am liebsten sofort in den Müll werfen, als ich die ersten Zeilen las. 

Hier steht: "...der Frankfurter Flughafen ist in aller Munde: als Jobmotor, als größte Arbeitsstätte Deutschlands, als Tor zur Welt und als große Drehscheibe für internationale Warenströme." - Ein Werbebrief etwa? Bitte nicht! Aber: In einem beigefügten Flyer fand man neben "Infos zum Flughafen" und Zahlen über Arbeitsplätze, auf der Rückseite "Maßnahmen  zur Entlastung". Interessant, daher möchte ich diese Maßnahmen keinem Fraport-Brieflosen vorenthalten:

"Schon seit Jahren müssen Fluggesellschaften, die laute Maschinen in Frankfurt einsetzen, höhere Start- und Landeentgelte zahlen. Die Folge: Aktuell steuern immer mehr Airlines den Flughafen mit modernen, leisen Flugzeugen an." Hier frage ich mich allerdings: Was heißt denn genau "immer mehr" in Zahlen?

Weiter geht`s:

• Die Flughöge beim nördlichen Gegenanflug wurde bereits von 4.000 (1,29 km) auf 5.000 (1,52 km) Fuß angehoben.

"Für die Südumfliegung wurde eine größere Spurtreue von startenden Flugzeugen erreicht."

• In einer "Task Force Flugoptimierung" "wird untersucht, wie und wo beispielsweise höher und damit leiser geflogen werden kann." (Frage: Wieso jetzt erst?)

• "Eine weitere Entlastung wird das kontinuierliche Sinkflugverfahren bringen. Hier schwenken die Flugzeuge quasi im Gleitflug und damit leiser auf die vom Instrumentenlandesystem vorgegebene Linie ein." (Frage: Ab wann?)

• "Weiter prüft die Deutsche Flugsicherung die Realisierung des sogenannten Point-Merge-Verfahrens, bei dem sich Flugzeuge bereits in großer Höhe einreihen und dann zum Sinkflug auf den Airport ansetzen."

• "Die Lufthansa hat ihre Boing-737-Flotte mit schallabsorbierenden Auskleidungen an den Triebwerken ausgestattet, was bei Starts und Landungen das Lärmaufkommen reduziert."

• "Für bauliche Schallschutzmaßnahmen in rung 85.000 HAushalten und Enschädigungen für den Außenwohnbereich wendet die Luftverkehrswirtschaft etwa 150 Millionen Euro auf. Für Sofortmaßnahmen ist mit 25 Millionen Euro für etwa 17.000 Haushalte zu rechnen. (Anm.: Pro Haushalt also 1.470,59 Euro) Zusätzliche Maßnahmen, wie das Immobilien-Ankaufprogramm CASA, werden freiwillig von Fraport angepackt."

Ich glaube, zum Thema Flughafen ist bei Weitem schon genug gesagt und geschrieben worden. Meine Befürchtung ist jedoch, und daher schreibe ich darüber, dass das alles nicht ausreichen wird. 
Was bringt mir z.B. ein Sinkflug, wenn die Piloten der Air Nippon schon über dem Stadtkrankenhaus ihre Fahrwerke ausklappen? Was bringen mir leisere Lufthansa-Maschinen, wenn sich demnächst die Zahl der Starts und Ladungen noch deutlich erhöhen wird? Ich nehme an, dass nicht nur Maschinen der Lufthansa die höheren Flugbewegungen ausmachen.

Meine größe Befürchtung ist ja, dass der Traum vom Nachtflugverbot platzen könnte. Aber gut, schauen wir mal, was der März und Fraports Pläne bringen werden. Ich habe mir, liebe Fraport, allerdings zum gegenwärtigen Zeitpunkt mehr erhofft, als ein Fälterchen auf 160g/qm-Papier.